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Prozessionen

Religiöse Prozessionen in Kroatien führen zu Fuß oder mit Booten durch Orte und Inselgemeinden. Drei Bräuche auf Hvar, Ugljan und in Dubrovnik zeigen, wie sich Weg, Festtag und örtliche Gemeinschaft verbinden.

Prozessionen in Kroatien Fröhliche Feste werden nach einer Prozession gefeiert Foto: Dagobert Wiedamann

Za križen auf Hvar

In der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag ziehen sechs Prozessionen gleichzeitig von den Pfarrkirchen Jelsa, Pitve, Vrisnik, Svirče, Vrbanj und Vrboska los. Jede wird von einem Kreuzträger angeführt, der ein schweres Kreuz als persönliches oder familiäres Gelübde trägt. Mitglieder der Bruderschaften in Tuniken und weitere Pilger folgen ihm. Die Gruppen durchqueren die jeweils anderen Dörfer, halten an Kirchen und Kapellen, wo sie von Priestern empfangen werden, und kehren vor Sonnenaufgang in ihre Ausgangsgemeinde zurück. Über acht Stunden legen sie rund 25 Kilometer zurück. Zum zentralen Teil gehört der Wechselgesang der Marienklage, eines Passionsgedichts aus dem 15. Jahrhundert. Ausgewählte Sänger tragen den Text im Dialog vor. Die Bruderschaften der Insel bereiten die Prozession vor und tragen sie gemeinschaftlich.

Gospa od Sniga in Kukljica

Am 5. August wird in Kukljica auf Ugljan die Schneemadonna gefeiert. Die Gemeinde führt die Tradition der Prozession bis 1514 zurück. Vom Votivheiligtum Gospe od Sniga in der Bucht Ždrelašćica wird das Marienbild auf dem Wasserweg von zahlreichen großen und kleinen Booten zur Pfarrkirche des heiligen Paulus gebracht. Das heutige Kirchengebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die Fahrt macht aus dem Küstenabschnitt zwischen Bucht und Dorfkirche den Prozessionsweg; Boote bilden dabei die Begleitung des Bildes.

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Der heilige Blasius in Dubrovnik

Das Fest des heiligen Blasius, des Schutzpatrons von Dubrovnik, beginnt am Vorabend mit Glockengeläut und einem Ritual zum Schutz des Halses; weiße Tauben werden als Friedenssymbol freigelassen. Am 3. Februar, dem Festtag des Heiligen und der Stadt, ziehen Bannerträger in Volkstracht durch Dubrovnik. Die Prozession führt durch die Hauptstraße Stradun und bildet den Mittelpunkt der Feier. Sie bringt die Einwohner Dubrovniks und der Umgebung mit kirchlichen Vertretern sowie städtischen und staatlichen Verantwortlichen zusammen. Die UNESCO datiert ihre überlieferte Form mindestens auf das Jahr 1190 zurück.

Religiöse Prozessionen unterscheiden sich von Dorffesten und Erntefesten, die örtliche Bräuche und Produkte verbinden, und von Festivals mit Musik- und Kulturprogrammen. Alle drei Formen gehören zu den Festen in Kroatien.