Rakotule – Kirchen, Parenzana und lokale Traditionen
Kirchen und Geschichte
Eine reliefgeschmückte Steinnische aus dem Jahr 1560 gehört zu den sichtbaren Details der Pfarrkirche des heiligen Rochus in Rakotule. Im Kirchenraum ist außerdem ein romanischer Apsisbogen erhalten. Die Entstehung der Pfarrkirche wird höchstwahrscheinlich in die Zeit eingeordnet, in der die Pfarrei Rakotule erstmals im Jahr 1580 erwähnt wurde. Nische und Apsisbogen bewahren damit unterschiedlich datierte Gestaltungselemente innerhalb derselben Pfarrkirche. Die Jahreszahl 1580 verweist zugleich auf die frühe schriftliche Erwähnung der Pfarrei, während die erhaltenen Bauteile im Kirchenraum sichtbar geblieben sind.
Die Kirche des heiligen Nikolaus wurde im 14. Jahrhundert erbaut und im 15. Jahrhundert an der Vorderseite erweitert. Erhaltene Fresken zeigen das Motiv Maiestas Domini. Weitere Bildszenen greifen Legenden des heiligen Nikolaus auf. Ein Freskenfragment aus der ursprünglichen Pfarrkirche des heiligen Rochus wurde 1958 entdeckt und wird im Diözesanmuseum in Poreč aufbewahrt.
Die Kirche der heiligen Magdalena und des heiligen Blasius befindet sich in Pahovići (Konobari) in Rakotule. Ihr Bau geht auf das 12. Jahrhundert zurück; später wurde sie mehrfach wiederaufgebaut. Auch an dieser Kirche sind dadurch mehrere Bauphasen überliefert, vom Ursprung im 12. Jahrhundert bis zu den späteren Wiederaufbauten.
Ortsbild und Umgebung
Rakotule bildet eine Gruppe aus kleineren Dörfern und Weilern. Bei der Ankunft von der Hauptstraße ist der steinerne Glockenturm der Pfarrkirche sichtbar. Von mehreren Stellen in Rakotule aus sehen Sie Motovun. Das Ortsbild lässt sich dadurch über einzelne Siedlungsteile, den Kirchturm und den Blick auf Motovun lesen, ohne dass Rakotule auf einen einzigen geschlossenen Ortskern reduziert wird. Die verstreute Siedlungsstruktur und die sichtbaren Orientierungspunkte prägen dabei gemeinsam die räumliche Wahrnehmung des Ortes.
Wege durch die Landschaft
Die Parenzana ist ein sportlich-rekreativer Weg auf einem restaurierten Abschnitt einer historischen Eisenbahnstrecke. Diese Bahn verband Poreč und Triest. Nahe dem Viadukt Sv. Vital oder Veli Most kreuzt die Parenzana die Straße zwischen Rakotule und Špinovci. Der heutige Wegabschnitt verbindet damit die historische Bahnstrecke mit zwei benannten Viadukten und dem Straßenraum zwischen den beiden Orten.
Wenn Sie diesen Abschnitt zu Fuß erkunden möchten, können Sie dort ein Auto zurücklassen und etwa 2,5 Kilometer in Richtung Vižinada gehen.
Weitere Ortsseiten: Karojna, Škropeti, Novaki Motovunski.
Lokale Traditionen
OPG Anton Kramar führt in Rakotule eine Imkertradition fort, die mehr als 100 Jahre alt ist. Die Feier des heiligen Blasius in Rakotule gilt als jährlich im Februar stattfindendes Ereignis mit Ausstellungen von Wein, Honig und hausgemachtem Brot. Der Februar-Termin und der Bezug zum heiligen Blasius geben dem Fest einen klar benannten zeitlichen und örtlichen Rahmen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Općina Karojba.
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