Vrbica: Kirchen und Archäologie
Geschichte
Vrbica wird bereits im Jahr 1330 erwähnt. Während der osmanischen Zeit wurde in Vrbica eine katholische Pfarrei eingerichtet, die der heiligen Maria gewidmet war. Die Pfarrei versorgte mehrere umliegende Dörfer und prägte damit über längere Zeit die kirchliche Ordnung des Ortes.
Eine große Pfarrkirche in Vrbica wurde im Jahr 1793 errichtet, nachdem die frühere Holzkirche und das damalige Pfarrhaus baufällig geworden waren. Die Kirche der Heimsuchung der seligen Jungfrau Maria in Vrbica wurde 1924 renoviert. Im Jahr 1660 wurden in der Pfarrei Vrbica noch drei ruinierte Kirchenstätten für Messen genutzt. Die überlieferten Kirchenbauten und -stätten reichen damit von den frühen Erwähnungen der Pfarrei bis in das 20. Jahrhundert.
Für ein Franziskanerkloster im Raum Vrbica erging in Avignon am 16. Februar 1376 eine päpstliche Entscheidung. Das Kloster wurde 1379 erbaut. Im Jahr 1532 wurde es aufgegeben und nicht wieder aufgebaut. Seine Geschichte umfasst damit sowohl die päpstliche Genehmigung als auch die spätere Aufgabe des Klosterstandorts.
Archäologie
Eine prähistorische archäologische Lokalität in Vrbica enthält änolithische Vučedol-Keramik. Das Material dieser Fundstelle und die zugehörige Dokumentation werden im Archäologischen Museum in Osijek aufbewahrt. Eine davon getrennte mittelalterliche archäologische Lokalität in Vrbica ist durch Keramikmaterial und die dazugehörige Dokumentation vertreten. Diese Bestände befinden sich im Museum Đakovština.
Die archäologischen Lokalitäten in Vrbica werden als Zwillingskreise interpretiert. Sie stehen mit der Sopot-Kultur in Verbindung. Der westliche Doppelkreis bei Vrbica–Drake misst 173 mal 176 Meter. Der östliche Doppelkreis bei Vrbica–Barićev bostan misst 160 mal 165 Meter. Beide Anlagen sind dabei mit eigenen Lagebezeichnungen und jeweils eigenen Maßen überliefert.
Stara Vrbica liegt etwa zwei Kilometer östlich von Vrbica. Dort wird archäologisches Material der Antike und des Mittelalters zugerechnet. Bei Pepelana östlich von Vrbica werden Überreste entweder als prähistorische Siedlung oder als abgebranntes mittelalterliches Dorf interpretiert. Pepelana hat prähistorisches Material, eine Steinaxt und römische Keramik erbracht. Die ungefähre Entfernung von Stara Vrbica sowie die östliche Lage von Pepelana ordnen diese Fundstellen dem näheren Umfeld von Vrbica zu.
Landschaft
Vrbica liegt 115 Meter über dem Meeresspiegel an den Südhängen der Đakovačka greda. Das Plateau rund um Vrbica wird von Senken durchschnitten, in denen sich einst Quellen lokaler Bäche befanden. Entlang der Kešinačka- und der Mikanovačka-Straße wurden Fußwege angelegt und rekonstruiert.
Ortsleben
In Vrbica wird die Pužijada im Rahmen des Tags der Gemeinde Semeljci organisiert. Für die Veranstaltung werden Schneckenspezialitäten zubereitet. Bei einer Pfarrmesse in Vrbica am 3. April 2022 wurde traditioneller Fastengesang von KUD Šokadija aufgeführt. KUD Šokadija trat dabei in Volkstracht und ohne instrumentale Begleitung auf. Das Veranstaltungsdatum, die Tracht und der Verzicht auf Instrumente gehören zu den überlieferten Einzelheiten dieses Auftritts.
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