Lovreć: Kirchen, Stećci und Sommerkunst
Kultur und Geschichte
Im Weiler Olujići-Urumi von Lovreć steht ein türkischer Turm, der die Jahreszahl 1640 trägt. Der historische Bau befindet sich damit innerhalb des Ortes und gehört zu den genannten Zeugnissen der älteren Geschichte Lovrećs. Im östlichen Teil Lovrećs, neben der Straße von Trilj nach Imotski, liegt Mramori (Kamenjak). Die Stätte ist ein mittelalterlicher Friedhof mit Stećci aus dem 15. Jahrhundert und liegt an einer alten Kommunikationsroute. Auf dem Gelände sind etwa 20 Stećci verschiedener Typen sowie ein kreuzförmiger Stein erhalten. Neben der zeitlichen Einordnung in das Mittelalter machen die unterschiedlichen Formen und der einzelne kreuzförmige Stein die Anlage als eigenständigen historischen Ort erkennbar.
Kirchen
Die alte Kirche des Heiligen Geistes in Lovreć stammt aus dem Jahr 1755; geweiht wurde sie am 7. Juli 1759. Auf ihrem Hauptaltar befindet sich ein Holzgemälde der Herabkunft des Heiligen Geistes, das auf 1737 datiert ist. Das Bild gehört damit zu den älteren genannten Ausstattungsstücken der Kirche und ergänzt ihre Bau- und Weihegeschichte um ein konkretes Kunstwerk. Ein nahegelegener Friedhof mit Stećci gehört zu dieser Kirche. In Lovrećs Kirche des heiligen Ante wurde die erste Messe am 15. November 1933 gefeiert. Die beiden Kirchen verweisen somit auf unterschiedliche Zeitabschnitte: Die Kirche des Heiligen Geistes ist mit den Jahreszahlen 1737, 1755 und 1759 verbunden, während die erste Messe in der Kirche des heiligen Ante für 1933 überliefert ist.
Alltagskultur
Die ethnografische Sammlung der Schule in Lovreć bewahrt Alltagsgegenstände auf. Diese Objekte veranschaulichen die traditionelle materielle Kultur des dalmatinischen Hinterlands. Die Sammlung ergänzt die historischen Orte im Freien und die sakralen Gebäude um Gegenstände aus dem täglichen Leben. So gehören neben Kirchen, Friedhöfen und Befestigungsanlagen auch die in der Schule bewahrten Objekte zu den genannten Kulturstätten des Ortes. Ihr Bezug zum dalmatinischen Hinterland benennt zugleich den kulturellen Rahmen, in dem die Sammlung eingeordnet wird.
Geografische Einordnung
Nördlich von Lovreć liegt Bošnjakova gradina auf 631 Metern über dem Meeresspiegel, oberhalb des Weilers Bošnjaci. Die Anlage entstand zunächst als prähistorische Wallburg mit einem großen Wall aus Trockenmauerwerk. Später wurde auf Bošnjakova gradina eine mittelalterliche Befestigung mit quadratischem Turm errichtet. Damit sind an derselben Anlage eine frühe Befestigungsform und eine spätere mittelalterliche Nutzung überliefert. Die Lage nördlich von Lovreć und oberhalb des Weilers Bošnjaci beschreibt den geografischen Bezug des Höhenpunkts, während die Höhenangabe seine Position über dem Meeresspiegel festhält.
Ein weiterer Ortslink führt zu Studenci.
Veranstaltungen und Bräuche
Das Ludrum Fest ist ein jährlich stattfindendes Kunstfestival, das im Sommer an authentischen Orten im gesamten Gemeindegebiet von Lovreć veranstaltet wird. Zum Festival gehören Workshops, an denen Gäste und Künstler teilnehmen. Die Workshops führen Besucher in lokale Bräuche ein. Das Festival verbindet dadurch künstlerische Veranstaltungen mit einer ausdrücklich genannten Beteiligung von Gästen und Künstlern. Seine zeitliche Einordnung in den Sommer und die Verteilung auf authentische Orte im gesamten Gemeindegebiet sind Teil des beschriebenen Veranstaltungsformats.
Brauch im Jahreslauf
Mit Vitanova Gomila ist in Lovreć ein Ort verbunden, an dem um Ivanjdan ein Mittsommerfeuer entzündet wird. Der Brauch ist damit an einen konkreten Ort und an den Zeitraum um Ivanjdan gebunden. Neben dem sommerlichen Ludrum Fest gehört dieses Feuer zu den genannten jahreszeitlichen Bezügen des Ortes.
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