Zum Inhalt

UNESCO Weltkulturerbe Kroatien

Kroatiens UNESCO-Welterbe umfasst Städte, eine landwirtschaftlich geprägte Inselkulturlandschaft und einen dynamischen Karst-Nationalpark. Die anerkannten Stätten zeigen unterschiedliche Formen des kulturellen und natürlichen Erbes: historische Bau- und Siedlungsstrukturen, über Jahrhunderte genutzte Landschaften und geologische Prozesse, die bis heute fortwirken. Davon getrennt stehen lebendige Traditionen, die auf UNESCO-Listen des immateriellen Kulturerbes geführt werden.

UNESCO Weltkulturerbe Kroatien Die Altstadt und die Stadtmauer von Dubrovnik zählen zum Weltkulturerbe der UNESCO Foto: Ilya Kalachev

Historische Stadtkerne an der Adriaküste

Der historische Komplex von Split mit dem Diokletianspalast wurde 1979 in die Welterbeliste aufgenommen. Der Palast entstand zwischen dem späten dritten und frühen vierten Jahrhundert; seine Reste liegen heute im Stadtgebiet. Zum geschützten Stadtraum gehören ebenso romanische Kirchen des 12. und 13. Jahrhunderts, mittelalterliche Befestigungen sowie gotische Paläste aus dem 15. Jahrhundert und Bauten der Renaissance und des Barock. Die UNESCO würdigt damit das geschichtliche Ensemble, in dem römische, mittelalterliche und spätere Bauten zusammenkommen.

Auch Trogir besitzt einen gewachsenen Stadtkern. Seine Straßenanlage geht auf die hellenistische Siedlung zurück; romanische Kirchen stehen neben Renaissance- und Barockbauten aus der venezianischen Zeit. An der Straßenstruktur und den aufeinanderfolgenden Baustilen zeigt sich die städtebauliche Kontinuität des UNESCO-Welterbes Trogirs. Mit dem Split-Komplex und der historischen Stadt Trogir veranschaulicht Dalmatien, wie sich antike Grundlagen und spätere Stadtentwicklung in heutigen Stadtbildern überlagern. Die Altstadt von Dubrovnik wurde 1979 in die Welterbeliste aufgenommen. Ihre historische Bausubstanz vereint gotische, Renaissance- und Barockformen; die Stadt entwickelte sich zu einer bedeutenden Seemacht im Mittelmeerraum.

Stari Grad: eine fortgeführte Kulturlandschaft

Die Ebene von Stari Grad auf Hvar wurde 2008 in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen. Ionische Griechen aus Paros besiedelten die Ebene im vierten Jahrhundert vor Christus und teilten das Land geometrisch ein. Trockensteinmauern und kleine Steinhütten markieren diese Ordnung bis heute. Kriterium ii würdigt die Weitergabe des griechischen geometrischen Landteilungsmodells im Mittelmeerraum. Der landwirtschaftliche Anbau von Weintrauben und Oliven wird seit der griechischen Zeit fortgeführt. Die Parzellenordnung wurde durch ein frühes System zur Regenwassersammlung mit Zisternen und Rinnen ergänzt. Die Ebene von Stari Grad ist deshalb nicht nur ein historischer Ort, sondern ein Landschaftsgefüge, dessen Parzellierung und Nutzung die lange Geschichte sichtbar machen.

Anzeige

Plitvicer Seen: Naturerbe durch fortdauernde Prozesse

Der Nationalpark Plitvicer Seen wurde ebenfalls 1979 als Weltnaturerbe eingeschrieben. UNESCO-Kriterium vii würdigt die landschaftliche Erscheinung der Seen, Wasserläufe und Wasserfälle in einem Mosaik aus Wald und Wiesen. Kriterium viii hebt die geologischen Vorgänge hervor: Wasser lagert Kalk ab, Travertinbarrieren stauen den Flusslauf und formen so Seen und Wasserfälle. Moose, Algen und Bakterien wirken an der Bildung der Barrieren mit; Wachstum und Erosion verändern das System fortwährend. Dieses Zusammenspiel aus Wasser, Gestein und Organismen begründet den Naturwert des Parks.

Immaterielles Kulturerbe als eigene Schutzform

Traditionen, Feste, Handwerk, Musik und überliefertes Wissen prägen das immaterielle Kulturerbe Kroatiens. Anders als die zuvor beschriebenen Welterbestätten geht es dabei nicht um ein bestimmtes Gebäude oder eine abgegrenzte Landschaft, sondern um Praktiken, die Gemeinschaften pflegen und weitergeben.